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Natron-Deo-Stick selber machen: nur 7 Zutaten

Seit einiger Zeit bin ich die stolze Besitzerin eines selbstgemachten, parfümfreien, natürlichen und wirksamen Deos ohne Aluminium und Konservierungsstoffe.

Deo-Stick mit Natron und Kokosöl selber machen

Präambel

Ein Deo selbst zu machen schien mir immer eine große Aufgabe. Tatsächlich zeigte sich aber die Prozedur der Deo-Herstellung als eine faszinierende Reise in eine ganz “andere” Welt der Naturkosmetik-Herstellung - eine Welt ohne Emulgatoren und Mixer, eine Welt, wo alles schneller und einfacher gelingt.

Obschon ich unsere Hautcremes schon länger selbst herstelle, schreckte mich bisher der vermeintliche Aufwand nun auch noch ein Anti-Transpirant bzw. Deo selber zu machen. Doch irgendwann verlor ich die Geduld mit den Chemiebomben, sprich herkömmlichen Deos. Dass mein Roll-On-Deo einer berühmten Massenmarkt-Marke mir nichts außer Enttäuschung brachte, bekräftigte meinen Entschluss.

  1. Das berühmte und vermutlich aluminiumhaltige Deo (keine INCI-Liste gefunden) war so gut wie wirkungslos: nach 3 bis 5 Stunden musste ich mich erfrischen, obwohl ich im letzten Trimester meiner Schwangerschaft nur mehr leichte Arbeiten verrichte.
  2. Der Geruch gefiel mir nicht. Egal, welches ich nahm, das Aroma veränderte sich stark mit der Zeit. Ob es wirklich an den Deos liegt (zu lang oder falsch gelagert?), kann ich nicht sagen. Vielleicht verändert sich auch mein Geruchssinn.
  3. Normal abwaschen konnte man das Ding auch nicht! Es hinterließ eine Schicht auf der Haut. Mit Seife und Waschlappen reiben, erst dann gelang es.
  4. Das Deo trocknete schlecht. Es war fast immer oder zumindest lange nass auf der Haut und ich fühlte mich deswegen irgendwie ungepflegt.

Ich vermute, dass es an der Konsistenz des Deo lag, dass es sich so wässrig anfühlte. Schluss mit Roll-Ons?.. So kam es dazu, dass ich aus einer Vielfalt an verschiedenen Arten von Deos - Deoroller, Deostift, Deospray - festes Deo wählte, und bereue es bis jetzt kein bisschen. Außerdem erfordert es keine konservierende Stoffe und ist relativ lange (für Naturkosmetik lange) haltbar.

Kommen dir die 4 Punkte oben auch bekannt vor? Dann bist du hier richtig!

Wirkung der einzelnen Zutaten im Deo

  1. Bienenwachs - fester Konsistenzgeber, hat leicht konservierende Eigenschaften, gesund für die Haut dank den darin enthaltenen Fettsäuren, Mineralien, Vitaminen etc., verhindert Feuchtigkeitsverlust, ohne die Poren zu verstopfen.
  2. Kokosnussöl hilft gegen Schweißgeruch, milder Konsistenzgeber mit ebenfalls hautpflegenden Eigenschaften, antibakterieller Wirkung, “Anti-Pilz-Mittel”, verbindet das Wachs mit den pulverförmigen Zutaten und gibt dem Deo die angenehme Cremigkeit.
  3. Vitamin E - natürliches Antioxidans und eines der wichtigsten Vitamine für die Haut, verhindert das Austrocknen der Haut.
  4. Speisenatron - das eigentliche Natur-Deo, geruchsneutralisierend, antibakteriell und entzündungshemmend. Mit Natron wird unser Deo ohne Aluminium auch basisch, und das ist gut so.
  5. Kartoffelstärke (kann durch Maisstärke ersetzt werden) - natürlicher Absorbent, verleiht die seidige Haptik, normalisiert die Arbeit von Talg- und Schweißdrüsen.
  6. Teebaumöl - eines der gängigsten und günstigsten Kosmetikstoffe mit einer bakteriziden, fungiziden und heilungsfördernden Wirkung, wird deshalb neben Limetten-, Zypressen- und Salbeiöl häufig in selbstgemachten Deos eingesetzt.
  7. Lavendelöl - zusätzliches Aroma, entschärft und ergänzt das Teebaumöl, hellt die Haut auf, verleiht dem Deo-Stick eine beruhigende Wirkung.

Veganes Deo?

Wenn du Beerenwachs oder Carnaubawachs statt Bienenwachs nimmst, bekommst du ein 100% veganes Deo. Die eigentliche Wirkung bleibt gleich.

Festes Deo selber machen: Rezept

Wie immer, kannst du in meinem DIY-Kosmetik-Blog die benötigte Menge mit dem Schieberegler einstellen.


Gesamtmenge (ungefähr): 40 ml
  1. Bienenwachs: 4,00 g
  2. Kokosöl: 21,00 g
  3. Vitamin E: 1,00 g
  4. Natron: 13,40 g
  5. Kartoffelmehl: 14,00 g
  6. Teebaumöl: 8,00 Tropfen
  7. Lavendelöl: 3,00 Tropfen

Deo-Stick mit Natron: Zubereitung

  1. Bienenwachs in einem Borosilikatglas (amazon-link) auf dem Herd schmelzen, kurz abkühlen, mit Kokosöl zusammenführen und gut umrühren. Schmelze die Komponenten gut, aber erhitze keine davon zu stark, sonst verlieren sie ihre kosmetische Wirkung. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, sonst verwende immer ein Thermometer und schreibe die niedrigst möglichen Temperaturen auf.
  2. Der warmen Mischung Vitamin E zufügen, umrühren.
  3. Natron und Kartoffelstärke beimengen.
  4. Ätherische Öle hinzufügen, umrühren und die Deo-Hülse rasch auffüllen.
  5. Nun kannst du dein aromatisches Kosmetikprodukt für einige Stunden in den Kühlschrank stellen.
  6. Aroma-Tipp: Falls das Deodorant nun nicht so riecht, wie erhofft, warte ab, bis es fest wird. Im flüssigen Zustand roch es bei mir auch nach etwas Essbarem, seit dem Abkühlen aber duftet das Deo frisch.

Wie fülle ich die leere Deo-Hülse auf?

Deo-Hülse nachfüllen

Wie du auf dem Foto sehen kannst, füllte ich beim ersten Mal das Deo von unten auf und machte dann das Gitter mit dem Verschluss zu. Das war ziemlich umständlich, da die Masse schnell dick wurde und die Löcher im Gitter klein sind.

Nun mache ich es viel einfacher: schließe das Deo unten mit dem Verschluss, damit nichts ausläuft, mache die Hülse ganz normal von oben voll und erst dann stelle sie auf den “Kopf”. Das ist nötig, damit die Masse sich im oberen Teil der Dose sammelt. In dieser umgekehrten Position kommt das Deo in den Kühlschrank.

Deo-Stick mit Kokosöl selbst herstellen selbstgemachtes Deo geöffnet

Vorteile und Wirkung des selbstgemachten Deos

  1. Das Deo mit Lavendel- und Teebaumöl wirkt antibakteriell und bekämpft den Schweißgeruch, sowohl bei mir als auch bei meinem Mann. Bei mir wirkt es 9 bis 13 Stunden, kommt darauf an. Kein anderes Deo hat es je geschafft, nicht einmal 6 Stunden! Aluminium-Deos bzw. Chemiekeulen außen vor gelassen.
  2. Es riecht angenehm, für uns beide! Der beruhigende Duft von Lavendel ist so gut wie nicht spürbar, allerdings entschärft er das intensive Teebaumöl. Die aromatische Synergie ist nichts für Frauen, die süße oder andere sehr “weibliche” Noten mögen - eher für Frauen, die neutrale oder bittere bis sogar “männliche” Aromen bevorzugen. Dieses ist zwar erfrischend, aber nicht süß und sehr dezent. Also passend für beide Geschlechter, würde ich sagen, und für Männer ganz besonders.
    Willst du den Duft dieses Deos für deinen Mann intensivieren, nimm ein tapferes Öl statt Lavendel, zum Beispiel, Patchouli.
  3. Das Deo ist leicht abzuwaschen. Es bleibt in den Achselhöhlen nur etwas mit der Hand wahrnehmbares Pulver. Sonst spürt man es nicht. Das Kokosöl verstopft nicht die Haut (wie ich es im Falle eines reines Kokosöls statt Deos befürchtete), sondern zieht schon nach wenigen Minuten in die Haut ein. Idealerweise solltest du 3 bis 6 Minuten warten, bis du ein Oberteil anziehst. Der übriggebliebene Schutz gegen Schweiß (Stärke absorbiert die Feuchtigkeit und Natron wirkt geruchsneutralisierend!) stört mich nicht und ist nicht spürbar auf der Haut.
  4. Ist für empfindliche und irritierte Haut geeignet. Auch direkt nach der Rasur verwende ich dieses Natron-Deo-Stick und er brennt nicht. Im Gegenteil, er beruhigt sogar die Haut. Ich verdanke es in erster Linie dem Natron und auch dem Lavendelöl.
  5. Eignet sich auch als Deo-Stick gegen starkes Schwitzen.

Anwendung DIY-Deo-Stick: auf die trockene saubere Haut in einer Richtung (bei mir klappt von unten nach oben besser) 2 bis 3 Mal auftragen, dabei nicht zu stark drücken. Nicht zu viel auftragen.

Deo selbst herstellen? Gar nicht so schwer!
Viel Spaß dabei und vergiss nicht, deine Meinung dazu oder auch Vorschläge im Kommentar zu äußern. Würde mich auf dein Feedback freuen!